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Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim

Alkoven, Bezirk Eferding

KATEGORIE: Nazi-Opfer

  • Schlossstraße 1, A-4072, Alkoven
    Tel: +43-7274-6536-546
    Fax: +43-7274-6536-548
    office@schloss-hartheim.at
    www.schloss-hartheim.at

    TRÄGER: Schloss Hartheim e.V.

    Öffnungszeiten

    Mo/Fr 9–15 Uhr, Di–Do 9–16 Uhr, So und an Feiertagen 10–17 Uhr, an Samstagen geschlossen

    Zuzätzliche Angebote
    • Führungen
    • Spezielle Kinder-/Schulprogramme
    • Spezielle Einrichtungen für Hörbehinderte und Sehbehinderte
    • Fremdsprachen: Englisch, Italienisch, Spanisch

Das Renaissanceschloss Hartheim wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Camillo Fürst Starhemberg dem Oö. Landeswohltätigkeitsverein geschenkt, der in Folge eine Pflegeanstalt für geistig und mehrfach behinderte Menschen einrichtete. 1939 wurde der Verein von den Nationalsozialisten enteignet und das Schloss zur Euthanasieanstalt umgebaut, in der zwischen 1940 und 1944 etwa 30000 von den Nationalsozialisten als „lebensunwert“ klassifizierte Menschen ermordet wurden. 1969 wurde erstmals in jenen Räumen, die in der Tötungsanstalt als Aufnahmeraum und Gaskammer gedient hatten, vom Oö. Landeswohltätigkeitsverein eine Gedenkstätte eingerichtet. 1997 beschlossen das Land Oberösterreich und der Oö. Landeswohltätigkeitsverein, die Sanierung des Schlosses mit einer Neukonzeption zu verbinden. Die eigentliche Gedenkstätte wird seitdem durch die historischen Räume der Euthanasie und Dokumentationsräume gebildet, in denen einerseits eine umfassende historische Information zur NS-Euthanasie dem Besucher geboten wird und andererseits die konkreten Abläufe in Schloss Hartheim gezeigt werden. Im Zentrum des Ausstellungsprojekts „Wert des Lebens“ stehen die Haltung und der Umgang der Gesellschaft mit behinderten Menschen. Der betrachtete Zeitraum erstreckt sich vom Zeitalter der Industrialisierung bis zur Gegenwart. Der Bogen spannt sich von der Sortierung der Menschen in ökonomisch Brauchbare und Unbrauchbare am Beginn der Industriegesellschaft bis zur aktuellen Forderung nach gesellschaftlicher Gleichstellung behinderter Menschen. Themen wie nationalsozialistische Erbgesundheitslehre und Euthanasie, die Situation der Behindertenfürsorge in Oberösterreich im Zeitraum von 1850 bis 1938 und die aktuellen Themen der Integration von behinderten Menschen in Gesellschaft und Arbeitsmarkt bilden weitere Schwerpunkte der Dauerausstellung.